Gesundheitstreffpunkt Mannheim

Empfehlungen für den Umgang in Selbsthilfegruppen

VERBINDLICHKEIT IN DER ANFANGSPHASE HERSTELLEN
Um den einzelnen Teilnehmerinnen und Teilnehmern mehr Sicherheit und Vertrauen in die Gruppe zu geben, ist es empfehlenswert, die Teilnahme für einen bestimmten Zeitraum (über mehrere Wochen) fest zu verabreden. Danach sollte jede/r klar entscheiden, ob er oder sie weiterhin der Gruppe angehören möchte oder nicht.

REGELMÄßIGE TEILNAHME
Die regelmäßige Teilnahme jedes Gruppenmitgliedes ist sehr wichtig, um einen kontinuierlichen Prozess zu gewährleisten und Vertrauen untereinander zu schaffen. Wer ausnahmsweise nicht kommen kann (Krankheit, Urlaub o.ä.), sollte das den anderen vorher mitteilen. Auch aus diesem Grund ist die Telefonliste aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer sinnvoll.

STÖRUNGEN HABEN VORRANG
Wer nicht mehr zuhören kann, abgelenkt, beunruhigt, traurig oder wütend ist, sollte das möglichst bald aussprechen. Die Störung kann dann in der Gruppe Thema sein, bis die gesamte Gruppe wieder arbeitsfähig ist.

JEDE/R SPRICHT ÜBER SICH
Es ist sinnvoll, sich auf die eigenen Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen zu konzentrieren statt auf den Partner oder andere Menschen. Diskussionen über das Verhalten anderer sind häufig "Scheingefechte" und lenken von der eigenen Problematik ab.

"ICH" STATT "MAN" ODER "WIR"
Jede/r spricht für sich und von sich, nicht für andere. Der Gebrauch von "man" oder "wir" drückt möglicherweise die Tendenz aus, sich der persönlichen Verantwortung für das Gesagte zu entziehen.

JEDE/R IST FÜR SICH SELBST VERANTWORTLICH
Sie entscheiden für sich selbst, was Sie tun wollen oder nicht. Sie bestimmen, wann Sie reden oder schweigen – Sie sind Ihr eigener "Chairman" (Leiterin / Leiter).

NEHMEN SIE GEFÜHLE WAHR
Gefühle und körperliche Empfindungen sind wichtige Signale, auf die jede/r achten sollte, auch bei anderen Gruppenmitgliedern.

AUSSCHEIDEN AUS DER GRUPPE VORHER MITTEILEN
Auch wenn es schwer fällt: die anderen Gruppenmitglieder haben ein Recht darauf zu erfahren, dass und aus welchen Gründen jemand aus der Gruppe ausscheidet. Oft ist ein Gespräch über die Gründe für den Ausstieg für beide Seiten sehr erleichternd und bereitet den Weg für entscheidende Veränderungen.

ZEITLICHE BEGRENZUNG
Eine zeitliche Begrenzung der Gruppensitzungen auf max. zwei Stunden ist empfehlenswert. Sie können nicht alle Probleme an einem Abend lösen, egal wie lange Sie diskutieren. Je länger die Gruppe allerdings "tagt", je erschöpfter die Teilnehmer sind, desto höher wird der Erwartungsdruck, dass sich dadurch das Problem lösen lassen muss.

AUF PÜNKTLICHKEIT ACHTEN
Über häufige Unpünktlichkeiten sollte in der Gruppe gesprochen werden; vielleicht verbergen sich Unsicherheiten oder Konflikte dahinter.

EINE KONZENTRIERTE ATMOSPHÄRE SCHAFFEN
Essen, Trinken oder Rauchen während der Gruppensitzung lenkt vom Gespräch ab und maskiert Unsicherheiten, deshalb sollte darauf verzichtet werden.

Bild: kleine Tulpe orangeBild: GrasBild: kleine Tulpe rot