Selbsthilfetag Mannheim

Bühne frei für die Selbsthilfe

Plakat Selbsthilfetag 2016

9. Mannheimer Selbsthilfetag
am 17. September 2016

Bunt, kulturell und vielfältig – so präsentierte sich der 9. Mannheimer Selbsthilfetag am 17. September 2016 im Nationaltheater Mannheim. Pünktlich um 11 Uhr eröffneten Bürgermeisterin Dr. Ulrike Freundlieb, Bärbel Handlos, Geschäftsführerin des Gesundheitstreffpunkts Mannheim und Marianne Simon, Sprecherin der Regionalen Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen, die Veranstaltung, die unter dem Motto "Bühne frei für die Selbsthilfe" stand. Durch das Programm im Opernhaus führte die Moderatorin Frauke Hess.

Ein Höhepunkt des Selbsthilfetags war die Lesung der Autorin Giulia Enders, die Texte aus ihrem Buch "Darm mit Charme" vortrug. Die Tanzpiratenshow des Tanz- & Freizeitclubs Tausendfüßler, die über 130 aktive Kinder und Jugendliche auf die Bühne brachte, riss das vollbesetzten Opernhaus zu Begeisterungsstürmen hin. Auch im Theatercafé gab es abwechslungsreiche Unterhaltung, neben dem Nationaltheater selbst präsentierten dort Mitglieder aus Selbsthilfegruppen ihre künstlerischen Talente. Im Ballettsaal fanden weitere Vorträge, z.B. zu den Themen Depression und Patientenverfügung statt.

Im oberen und unteren Foyer des Nationaltheaters waren zahlreiche Selbsthilfegruppen und Kooperationspartner des Gesundheitstreffpunkts vertreten und boten Möglichkeit zu Austausch, Vernetzung und Beratungsgesprächen. Letztendlich fanden 2.000 Menschen den Weg ins Nationaltheater und machten den Selbsthilfetag zu einer lebendigen und stimmungsvollen Veranstaltung.

Alle Informationen zum Programm und den Themen der vertretenen Selbsthilfegruppen finden Sie noch einmal hier im Faltblatt zum Selbsthilfetag.

Für eine Übersicht der teilnehmenden Selbsthilfegruppen und Institutionen bitte hier klicken.




Eindrücke des Selbsthilfegruppentags im Jahr 2010 finden Sie im nachfolgenden Text:

Selbsthilfe baut Brücken

Plakat des Selbsthilfetags 2010

8. Mannheimer Selbsthilfegruppentag
am 23. Oktober 2010

Lautstarker Trommelwirbel des Trommelpalasts sorgte für die notwendige Aufmerksamkeit, bevor der 8. Regionale Selbsthilfegruppentag Mannheims von Stadträtin Marianne Bade eröffnet wurde. Im Namen des Schirmherrn OB Dr. Peter Kurz begrüßte sie zahlreiche Gäste aus Politik und Verwaltung. "Selbsthilfegruppen sind Wegbegleiter, die Mut machen, das Wagnis zu beginnen, und Hilfe anbieten, wenn man nicht weiter weiß. Sie fangen die Menschen in ihrer Situation auf, bieten ihnen Halt und Geborgenheit, zeigen andere Wege auf, machen aufmerksam darauf, wo es Hilfe gibt," sagte Marianne Bade und machte ihre Wertschätzung für die Arbeit der Selbsthilfegruppen deutlich.

Insgesamt 85 Selbsthilfegruppen präsentierten einen bunten Querschnitt der Vielfalt der 360 Gruppen in Mannheim und der Region. Bärbel Handlos, Geschäftsführerin beim Gesundheitstreffpunkt Mannheim, lobte insbesondere Projektkoordinatorin Dr. Isabella Fath, das Team des Gesundheitstreffpunkts und die Vorbereitungsgruppe für die vorbildliche, engagierte Arbeit von 1 1/2 Jahren, die trotz schwieriger Lage den Tag möglich gemacht hatten. Besonderen Dank sprach sie den Geldgebern aus, die die Veranstaltung unterstützten.

Eva Bonow, Sprecherin der Mitveranstalterin Regionale Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen, verdeutlichte, was es heißt, schwer zu erkranken: "Wie Sie alle wissen, ist zu Beginn einer Erkrankung die Not am größten. Es wurde noch kein gangbarer Weg aufgezeichnet und die Brücke zurück ins Leben noch nicht gefunden. In den Selbsthilfegruppen ist ein großes Potential an Erfahrung und dieses kann der Erkrankte nutzen."

Knapp 2.000 Menschen fanden den Weg ins Stadthaus, hörten die Vorträge und erlebten die Selbsthilfegruppen bei der Vorstellung ihrer Arbeit. "Mir fiel auf, wie viele Menschen sehr zielgerichtet zu uns kamen", erzählte Trish, früher selbst Mitglied einer Selbsthilfegruppe und am Tag als Helfer unermüdlich auf den Beinen, um die Besucherinnen und Besucher gut durch den Tag zu lotsen.

"Das war wirklich ein toller, gelungener, super vorbereiteter Event. Wir hatten als Gruppe einen „Randgruppenstand“ (Wortschöpfung eines Standbetreuers) und trotzdem enorm viele, zum Teil auch sehr lange und intensive Gespräche. Der Statistikbogen hat uns selbst sehr überrascht. Ich war sehr froh, dass wir die meiste Zeit zu viert am Stand gewesen sind", sagte Martin Dreßler von der Selbsthilfegruppe Contergangeschädigter, der sich freute, mit dabei zu sein.

Auch die Auswertung der Befragung ergab eine hohe Zufriedenheit mit Organisation, Dekoration und der Veranstaltung selbst. 100% sehr zufrieden oder zufrieden mit ihrer Beteiligung äußerten sich die befragten Selbsthilfegruppen, ein Wert, der nicht zu steigern ist.

"Ich möchte in die Freude über diesen Tag keinen Wermutstropfen gießen. Wenn es aber einen solchen Tag weiter geben soll, dann müssen die Rahmenbedingungen sich ändern, denn wir können das mit unseren Ressourcen nicht mehr stemmen", hatte Bärbel Handlos in ihrer Begrüßungsrede gesagt. Bleibt zu hoffen, dass der Erfolg des brückenbauenden Tages genügend Überzeugungskraft besitzt, dafür zu sorgen.

Letzte Änderung: 18.01.2017